Basisseminar:
Personen in Organisationen führen
Erster Teil: Vom Führungsverständnis zum Führungskonzept
Ziele:
Jeder führende und jeder geführte Mitarbeiter hat mehr oder weniger ausgeprägte Vorstellungen über die richtige Art zu führen bzw. geführt zu werden. Einerseits beeinflusst dieses Vorverständnis die Definition der Führungsaufgaben und die Wahl des Führungsstils; andererseits ist von ihm abhängig, inwieweit Führung akzeptiert wird und Führungsmassnahmen umgesetzt werden. Die Qualifizierung des Führungskonzeptes und die Akzeptanz von Führung erfordert deshalb:
- Die Reflexion der unterschiedlichen Vorverständnisse von Führung
- Die Analyse der Wertvorstellungen bzw. Menschenbilder, die das jeweilige Führungsverständnis beeinflussen
- Die Entwicklung eines Führungsverständnisses, das den Problemen und den komplexen Prozessen im Führungsalltag gerecht wird.
Inhalte:
- Das Führungsverständnis des bürokratischen, des wissenschaftlichen, des humanistischen, des situativen und des integrativen Managements
- Menschenbilder, die das Führungsverständnis der verschiedenen Richtungen beeinflussen und prägen
- Der Einfluss der Menschenbilder auf die Konzepte zur Führung einzelner Mitarbeiter und zur Leitung von Arbeitsgruppen, Teams, Abteilungen etc.
- Die Auswirkungen der Menschenbilder auf die Abwehr oder Akzeptanz von Strukturen: Strukturen gesehen bzw. erlebt als Einschränkung und Zwang oder als Sicherung der Sach-, Fachprozesse und Schutz für die Personen
- Die Grenzen des humanistischen Management mit den Forderungen nach Selbstbestimmung, Dezentralisation und kooperativer Führung
- Das integrative Management als Alternative zum humanistischen Management: Berücksichtigung der Unterschiede in der fachlichen und sozialen Kompetenz; Kalkulation mit Defiziten, Schwächen und negativen Tendenzen; Beachtung von Machtinteressen und -prozessen.
Zweiter Teil: Führung einzelner Mitarbeiter
Ziele:
Inhalte:
- Persönlichkeitsmerkmale, die die Beziehung zu Sachen, Aufgaben, Personen, Gruppen, Institutionen beeinflussen.
- Persönlichkeitstypen, d.h. Konstrukte mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und Merkmalkombinationen, als Hilfe zur Einschätzung der Arbeits- und Kooperationsfähigkeit.
- Persönlichkeitstypen mit leichteren Arbeits- und Kooperationsstörungen
- Persönlichkeitstypen mit schwereren Arbeits- und Kooperationsstörungen
- Persönlichkeitstypen mit starken manipulativen Tendenzen und Machtinteressen
- Methoden zur Einschätzung der einzelnen Mitarbeiter auf der Basis der Persönlichkeitstypologie
- Den Einschätzungen / Persönlichkeitstypen entsprechende Führungskonzepte
- Selbst- und Fremdeinschätzung des Leiters zur Sicherung der Objektivität und Vermeidung der Projektion eigener Probleme und Konflikte auf die Mitarbeiter.
Dritter Teil: Die Steuerung der Dynamik von Arbeitsgruppen
Ziele:
Durch das Zusammenspiel der Talente und Kräfte steigert sich in Gruppen die Arbeitsleistung und -qualität. Im Wechselspiel der Kräfte können die Schwächen der einen durch die Stärken der anderen ausgeglichen werden. Dadurch entsteht bei den Gruppenmitgliedern ein motivierendes Gefühl der Sicherheit und Stabilität.
Dieser Vorteil, den das Arbeiten in Gruppen bzw. Teams bietet, ist abhängig von der informellen Struktur und besonders von der Gruppenatmosphäre. Ein anhaltendes negatives Klima hat lähmende Wirkung, Gruppendruck wird spürbar, Kooperationsfähigkeit und Leistungsbereitschaft nehmen ab.
Qualifizierte Steuerung von Gruppen, Teams, Abteilungen etc. erfordert:
- Ermittlung der Bedingungen, die das Zusammenspiel der Kräfte, die Gruppenprozesse positiv und negativ beeinflussen
- Gezielte Beeinflussung der Faktoren, die den Arbeitsprozess und die Arbeitsatmosphäre negativ bestimmen.
Inalte:
- Unterschiedliche Gruppen-, Team- bzw. Systemkonzepte: dezentrale, offene, organische, hierarchische, bürokratische, geschlossene, mechanische, integrative Systemkonzepte
- Die Auswirkungen der verschiedenen Systemkonzepte auf den Sach-, Fachprozess und auf das Arbeitsklima
- Die Gewichtungen der Systemelemente durch die verschiedenen Systemkonzepte
- Die Bedeutung der formellen Bedingungen: Rahmenbedingungen, Wertorientierungen, Ziele, Aufgaben, Aufgabenteilung, Team-/Abteilungs-/Bereichsbildung, Koordination, Information, Kommunikation, Kontrolle, Konfliktlösung, Innovation, Dokumentation, Kontakte zu Umsystemen bzw. zum Umfeld
- Methoden zur Analyse des formellen Systems
- Die Wirkung der informellen Bedingungen: Beziehungen, Koalitionen, Untergruppen, Paare, Sympathien, Antipathien, Konkurrenzen, Feindschaften, informelle Rollenstruktur, informelle Führung, Gruppenatmosphäre, Arbeitsklima
- Methoden zur Analyse des informellen Systems
- Der Einfluss der Persönlichkeiten bzw. Persönlichkeitssysteme auf das formelle und das informelle System
- Methoden zur Analyse des Einflusses der Persönlichkeitssysteme auf das formelle und informelle System
- Das integrative Systemkonzept: Steuerung des Zusammenspiels zwischen dem formellen und informellen System sowie den Persönlichkeitssystemen.
Zeit:
drei Tage von 10.00 bis 17.00 Uhr
Termine:
nach Vereinbarung
Teilnehmerzahl:
begrenzt auf 8 Teilnehmer
Ort:
Institut für angewandte Sozialpsychologie,
Barschbleek 14, D 47877 Willich-Schiefbahn
|





 |